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Ciao Steven!

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Wirklich berühmt wurde Steven Spurrier 1976, als er als Weinhändler in Paris tätig war. Hier organisierte der junge Engländer eine Blindverkostung mit den besten Weinen aus Frankreich und einigen Kaliforniern. Sowohl bei den Weiss- als auch bei den Rotweinen entschied sich die Jury, die aus anerkannten französischen Journalisten und Produzenten bestand, für die Amerikaner. Diese Verkostung, bekannt geworden als „Judgement of Paris“, hat die Weinwelt über Nacht auf den Kopf gestellt, denn bis dahin wurden Weine aus der Neuen Welt nicht ernst genommen.
In den folgenden Jahrzehnten war Spurrier hauptsächlich als Weinautor tätig.
In den letzten Jahren widmete er sich mit Ehefrau Bella intensiver seinem Weingut Bride Valley, was fine english sparkling wine produziert, einer interessanten Alternative zu Champagner.
Neben seinem legendären Gedächtnis wird mir immer in Erinnerung bleiben, dass er sich nicht nur für die berühmten und glamourösen Weingüter interessierte, sondern dass er kleine und eher unbekannte Weingüter genauso faszinierend fand. Ich werde nie ein bescheidenes Mittagessen in einem kleinen Dorf in der Maremma vergessen. Wir bekamen Ravioli della Casa und Rotwein in Fiaschi. Steven war wie immer makellos elegant in einem cremefarbenen Leinenanzug mit passender Krawatte. Er, der alle erlesenen Weine dieser Welt probiert hatte, war beim Mittagessen der glücklichste Mensch der Welt.
Einige Jahre später stellte Steven mich auf der Londoner Weinmesse einem halben Dutzend rumänischer Produzenten vor. Er kannte alle ihre Namen und Weine auswendig und sprach auf die gleiche Weise über sie, mit der gleichen Bewunderung, die er den führenden Grand-Cru-Produzenten widmen würde.

Am 9. März haben wir unseren Freund und Mentor Steven Spurrier verloren. Seine große Leidenschaft für Wein und Menschen wird uns auf Nittardi weiterhin inspirieren.

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